„Die NC-Job Technologie ist eine der
nützlichsten Erweiterungen der Tebis CAM-Software“
Methodische NC-Programmierung bietet viele Vorteile, ist aber noch nicht überall angekommen
Manfred Kartusch leitet bei Tebis das Applikations-Team. Demos bei Interessenten, Betreuung von Projektpartnern, Benchmarks gegen andere CAD/CAM-Systeme gehören genauso zum täglichen Geschäft wie die Anwenderberatung an der Tebis Hotline. „Da krieg ich schnell mit, wie sehr sich einer bereits mit den Strukturmethoden der V3.3 beschäftigt hat. Einige Kunden haben das riesige Potenzial bereits erkannt, andere glauben, NC-Jobs seien nur zur Batch-Bearbeitung da.“ Seit der Version 3.3 gibt es in Tebis NC-Jobs. Es handelt sich dabei um NC-Objekte, in denen alle Bauteilselektionen und alle Parameterangaben gespeichert sind. Durch die Tebis Berechnungsroutinen entsteht daraus ein bestimmter Werkzeugweg. Mehrere NC-Jobs können zu einer Jobliste mit Unterverzeichnissen zusammengefasst und damit die NC-Programmierung des ganzen Bauteils strukturiert und nachvollziehbar gemacht werden. „Hier an der Hotline hat der Anwender einen Riesen-Vorteil, wenn er mir einfach seine NC-Jobs schickt. Dadurch kann ich ihm viel schneller sagen, wie er ein Problem lösen kann. Aber auch sonst bringt diese Technik nur Vorteile, weil man erprobte Methoden einfach auf andere Bauteile und andere Bereiche kopieren kann. Fast auf Knopfdruck.“
4 typische Beispiele aus der täglichen Praxis:
Dem Maschinenbediener fällt auf, dass beim Berechnen des NC-Programms ein falsches Aufmaß angegeben wurde. Der Werkzeugweg muss korrigiert werden.
Wurde ein NC-Job gespeichert, ist die Korrektur eine Angelegenheit von Minuten, die auch von weniger erfahrenen Tebis Anwendern ausgeführt werden kann: Bauteil laden, NC-Job-Liste öffnen, Aufmaßwert im NC-Job korrigieren, NC-Job speichern und Werkzeugweg sofort oder später neu berechnen lassen, Werkzeugweg ins Steuerungsformat postprozessieren.
Ohne NC-Job-Technologie müssen alle Selektionen für Bearbeitungsflächen, Stoppflächen, Achsensysteme sowie Begrenzungskurven erneut ausgeführt und alle Parameterfelder mit den richtigen Werten ausgefüllt werden. Dabei besteht zudem die Gefahr, dass zwar der Aufmaßwert richtiggestellt, jedoch ein anderer Parameter unbeabsichtigt verändert wird.
Hier war bei einer NC-Berechnung noch 0,3 mm Aufmaß vom Vorschlichten eingetragen (rote Bahn). im NC-Job ist dieser irrtum schnell korrigiert und der richtige Werkzeugweg (grün) wird berechnet.
Am Bauteil gab es eine geometrische Änderung. Nun müssen die NC-Programme angepasst werden.
Wer mit NC-Jobs programmiert hat, ist auch jetzt klar im Vorteil. Alle Programme, die im Änderungsbereich liegen, müssen zwar neu berechnet werden, allerdings entsteht hierfür kein besonderer Aufwand: betroffene NC-Jobs öffnen und den Parametern „Bearbeitungsflächen“ und „Stoppflächen“ die geänderte Geometrie zuweisen. Falls der geänderte Bereich von mehreren Programmen bearbeitet wird, genügt es, die Änderungen einmal global anzugeben.
Ohne NC-Job-Technologie müssen alle Selektionen erneut ausgeführt und alle Parameterfelder mit den richtigen Werten ausgefüllt werden – mit der Gefahr von Tippfehlern.
Diese Geometrieänderung am Bauteil führt mit NC-Jobs in wenigen Minuten zu aktualisierten NC-Programmen. Denn geänderte Geometrien und Parameter können für beliebig viele Jobs auf einmal neu zugewiesen werden.
Für das Vorschlichten wurden bereits alle Programme definiert. Nun müssen die fast identischen Schlichtprogramme noch gemacht werden.
Auch hier freut sich der Tebis Programmierer, der mit NC-Jobs arbeitet. Er kopiert das Verzeichnis mit den Vorschlicht-Jobs in ein neues Verzeichnis mit Schlicht-Jobs. Danach legt er global für alle Werkzeugwege ein anderes Aufmaß und einen anderen Zeilenabstand fest. Der Aufwand hierfür beträgt etwa 1 Minute. Anschließend lässt er die Schlichtprogramme berechnen.
Ohne NC-Job-Technologie müssen wiederum alle Selektionen erneut ausgeführt und alle Parameterfelder mit den schlichtrelevanten Werten ausgefüllt werden – mit der Gefahr von Tippfehlern.
Hier unterscheidet sich die Schlichtbearbeitung (rot) vom Vorschlichten (grün) nur durch Aufmaß, Werkzeug und Zeilenabstand. Mit NC-Jobs bedeutet dies, dass bei der NC-Programmierung nur diese drei Werte angepasst werden müssen, um die Schlichtprogramme zu berechnen.
In einem Folgeprojekt soll ein ähnliches Bauteil bearbeitet werden. Trotz der hohen Ähnlichkeit müssen alle NC-Programme neu berechnet werden.
Eine Situation wie gemacht für die Tebis NC-Job-Technologie. Die NC-Job-Liste mit der Bearbeitungsstruktur aus dem Vorgängerprojekt wird einfach importiert. Mit wenigen Mausklicks weisen Sie den einzelnen NC-Jobs vom Schruppen bis zum Finish die Geometrie des neuen Bauteils zu. Die globale Variablenzuweisung verwaltet auch die NC-Parameter übergreifend. Übernehmen Sie die Einstellungen und greifen so auf die positiven Erfahrungen des Vorgängerprojekts zurück und ändern Sie Parameterwerte, wo beim letzten Mal noch Verbesserungspotenzial sichtbar wurde. Starten Sie die Berechnung einzeln oder für alle Bearbeitungen zusammen. Tebis legt die berechneten Werkzeugwege auf automatisch angelegte Layer.
Ohne NC-Job-Technologie muss die Bearbeitungsstruktur mit allen Layern neu aufgebaut werden, müssen für alle NC-Programme die Bauteil- und Stoppelemente erneut selektiert und alle Parameterfelder ausgefüllt werden – mit der Gefahr von Tippfehlern.
Bei der 2,5D-Bearbeitung dieses Werkzeugsatzes gibt es viele Ähnlichkeiten zwischen der Matrize und dem Blechhalter. Daher wird die NC-Job-Liste des Blechhalters in der Matrize geladen und mit den aktuellen Geometrien „gefüttert“....
...Die Layer und NC-Struktur wird übernommen ebenso wie alle Werkzeuge und Parameter. Nicht benötigte Jobs lassen sich genauso einfach löschen, wie weitere hinzufügen.
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