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Alles leichter machen

„Wir geben Ihrer Idee Form“. So lautet der Leitspruch von HBW-Gubesch. Der mittelständische Full-Service-Provider versorgt seine Kunden mit Design, Entwicklung und Produktion von Kunststoffteilen und Baugruppen für beispielsweise Automobile und Unterhaltungselektronik. Forschung und Entwicklung werden bei der Firmengruppe aus dem Raum Nürnberg groß geschrieben. Die stetige Verbesserung von Verfahren, Materialien und Prozessen steht im Fokus, denn so können die Kunden ihre Kosten reduzieren und wettbewerbsfähig bleiben. Um selbst weiterhin in der ersten Liga mitspielen zu können, hat die Firma die internen Prozesse unter die Lupe genommen.

Bei dem fränkischen Rundum-Dienstleister sind heute über 500 Mitarbeiter beschäftigt. Die Firmengruppe unterhält einen eigenen Forschungsbereich mit sieben Mitarbeitern unter anderem für den Bereich Leichtbauteile. Im Bereich der Organobleche (Faserverbundwerkstoffe) forschen die Mitarbeiter beispielsweise an noch leichteren und stärker versteiften Sitzschalen für Automobilhersteller. Dekorteile auf der Grundlage der hauseigenen IML, IMD-Pro-und IMD-Multi-K-Technologie für hinterspritzte Folien sind bereits in Serie. Im Vergleich zur Echtoptik sind diese Bauteile deutlich leichter und kostengünstiger und daher bei den Automobilherstellern stark nachgefragt. „An der Preisschraube wird immer gedreht. Im Leichtbau Trends zu setzen und dem Kunden mehr Nutzen zu bieten sind ebenso Herausforderungen wie im Interieur-Bereich Trends mit beleuchteten Zierteilen zu setzen. Kostenoptimierung ist gefordert, insbesondere, wenn man, wie wir, nicht nur wettbewerbsfähig bleiben, sondern deutliche Wettbewerbsvorteile erringen möchte. Vor diesem Hintergrund haben wir uns entschlossen, unsere eigenen Prozessketten zu verbessern, um kostengünstiger produzieren zu können und in einer verkürzten Terminschiene dem Kunden einen Mehrwert bieten zu können “, erläutert Udo Berschneider, Geschäftsführender Gesellschafter bei HBW-Gubesch.

Werkstück auf der Erodiermaschine

  • Start: Fokus auf Elektrodenfertigung

    Zu den Aufgabenbereichen von Udo Berschneider gehören der Modell- der Werkzeugbau und die Projektleitung mit Gesamt 75 Mitarbeitern. Im Werkzeugbau wird seit 2006 Tebis eingesetzt, unter anderem, um Einsätze und Aufbauten zu fräsen. Über den Tebis Vertrieb kam dann 2012 der Kontakt zu Tebis Consulting zu Stande. Den Verantwortlichen bei HBW-Gubesch war klar, dass sie die Hilfe externer Berater in Anspruch nehmen wollten, um die Abläufe zu verbessern. Die endgültige Wahl fiel laut Udo Berschneider auf Tebis Consulting, „weil sich Tebis und auch die Berater im Werkzeugherstellungsprozess gut auskennen und ihn abbilden können. Schlussendlich hat uns das gute Konzept von Jens Lüdtke überzeugt.“

    Udo Berschneider, Geschäftsführender Gesellschafter, und der Teamleiter Erodieren, (von rechts nach links) vor der 5-Achs-Fräsmaschine.

    Tebis Consulting bekam die Aufgabe, im Hinblick auf die Elektrodenfertigung und im Hinblick auf die Abläufe im Erodier- und Formenbauprozess Einsparpotentiale zu erfassen. Ganz konkret ging es zunächst einmal darum, ob sich die Investition in einen automatisierten Elektrodenprozess lohnen würde. Für die Fertigung der Spritzgusswerkzeuge spielen bei Gubesch Elektroden eine sehr große Rolle. 50 Spritzgussmaschinen sind im Einsatz. Etwa 70 % der produzierten Werkzeuge werden für den Eigenbedarf hergestellt, ca. 30 % sind Dienstleistungsaufträge. Die Elektroden für die Erodierprozesse in den Werkzeugen stellt Gubesch selbst her - damals auf einer auf einer 3-Achs-Maschine.

    Jens Lüdtke begann seine Arbeit mit einer detaillierten Analyse der Arbeitsabläufe und befragte die Mitarbeiter in der Werkzeug- und Elektrodenkonstruktion, im Elektrodenbau- und Erodierprozess sowie in der Montage. Im Fokus stand hierbei, wieviel Zeit die Befragten für welche Tätigkeit aufwenden und ob bestimmte Abläufe optimiert werden könnten.  

  • Analyse: Deutliches Einsparpotential

    Das Ergebnis der Analyse war mehr als deutlich. Die Mitarbeiter benötigten einen erheblichen Anteil ihrer Arbeitszeit dazu, Elektroden auf- und abzuspannen, Werkzeuge zu prüfen, Elektroden zur 5-Achs-Bearbeitung händisch mit Winkel aufzuspannen und Hilfslisten zu erstellen, wo welche Elektrode positioniert ist. Ansatzpunkte für eine Optimierung sahen die Berater darin, dass Elektroden aufgrund schlechter Qualität Nacharbeit erforderten und für die Messung aufgenommen werden mussten. Die Analyse ergab weiter, dass der Probelauf beim Erodierprozess nur erforderlich ist, weil Elektroden zweimal aufgespannt wurden, auch hier sahen die Berater Optimierungspotential. Zudem wurde festgestellt, dass im Informationsfluss zwischen Konstruktion und Projektleitung sowie zwischen Konstruktion und Fertigung viele Rückfragen notwendig waren. Tebis Consulting berechnete beim Elektroden- und Erodierprozess insgesamt ein Einsparpotential von etwa 200 Stunden pro Woche auf 8 Mitarbeiter. Etwa 70 % ließe sich mit einem neuen, vollautomatischen Maschinepark, etwa 20 % durch eine Optimierung der Prozesse und etwa 10% durch weitere kleine Optimierungen einsparen. 

    Ähnlich deutliche Ergebnisse ergab die Analyse des Formanbauprozesses. Die Tebis Berater stellten fest, dass von 7 Mannjahren 1,6 Mannjahre allein dazu aufgewendet wurden, um den Informationsfluss sicherzustellen. Gründe dafür waren die mangelnde Standardisierung von Informationen, das Erstellen und Diskutieren von Zeichnungen sowie die Programmierung an der Maschine.

    Handlingsystem „Chameleon“ von Zimmer und Kreim bei HBW Gubesch

  • Maßnahme: Automatisierung der Prozesskette

    Jens Lüdtke und seine Mitarbeiter konnten HBW Gubesch ein umfassendes und detailliertes Maßnahmepaket vorschlagen. Hierzu gehörten die Optimierung der Prozesskette unter anderem durch Eliminierung der Maschinenprogrammierung und Wegfall von Zeichnungen für den Fertigungsprozess, eine deutliche Verbesserung des Informationsflusses, etwa durch klare Regelungen zur Informationsübergabe. Eine der wichtigsten vorgeschlagenen Maßnahmen war die, konsequent auf Automatisierung der Prozesskette zu setzen und den Maschinenpark zu modernisieren. Die Frage nach der Investition in einen automatischen Elektrodenprozess war damit ganz klar mit „ja“ beantwortet.

    Erodierzentrum Genius 1200 von Zimmer und Kreim bei HBW Gubesch

    Tatsächlich schaffte HBW Gubesch auf der Grundlage der Analysen, Daten, Zahlen und Fakten die 5-Achsen HSC-Fräsmaschine Röders RFM 600, das Erodierzentrum von Zimmer und Kreim Genius 1200 und dazu ein Chameleon Handlingssystem an. Die Umsetzung der Maßnahmen ist damit zwar nicht abgeschlossen, doch schon jetzt ist das Fazit mehr als positiv: „Wir sparen bereits heute etwa 120 Stunden pro Woche im Elektrodenprozess ein. Die Mitarbeiter müssen die 5-Achs-Elektroden nicht mehr per Hand umlegen, der Werkzeugwechsel erfolgt automatisch. Dadurch ist der Durchlauf schneller geworden. Gleichzeitig fertigen wir Elektroden von höherer Qualität“, resümiert Udo Berschneider.

    Das vollautomatisierte Erodierzentrum mit 2 Erodiermaschinen von Zimmer und Kreim und einer 5-Achs-Fräsmaschine inclusive Automatisierungssystem „ Chameleon“.

    Die Arbeit von Tebis Consulting beurteilt Udo Berschneider mit sehr gut. Das Vorgehen war gut strukturiert und die Erfahrung der Berater deutlich zu spüren. „Wir bekamen fundierte Daten und Zahlen, mit denen wir tatsächlich arbeiten konnten, und die wir alleine gar nicht hätten eruieren können, da wir darauf nicht spezialisiert sind. Wir haben mit der Prozessoptimierung in einem kleinen Bereich angefangen. Das war genau die richtige Entscheidung. Wir haben jetzt ein Gefühl dafür bekommen, wie eine gelungene Prozessberatung abläuft und wissen, dass es sich auszahlt, für ein solches Projekt Geld auszugeben“, ist Udo Berschneider überzeugt.

    Firma HBW-Gubesch in Emskirchen bei Nürnberg

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Zitat

Wir sparen bereits heute etwa 120 Stunden pro Woche im Elektrodenprozess ein. Gleichzeitig fertigen wir Elektroden von höherer Qualität.

Steckbrief

Schwerpunkt:

Abläufe und Einsparpotentiale im Erodier- und Formbauprozess

Vorteile:

  • Strukturiertes Vorgehen
  • Erfahrene Berater
  • Sichere Grundlage für Investitionsentscheidung

Branche:

Formenbau, Automobil

Firma:

HBW-Gubesch Kunststoff-Engineering GmbH

Standort:

Emskirchen, Deutschland

Interviewpartner:

Udo Berschneider

Position:

Geschäftsführender Gesellschafter

Erschienen:

2015/08

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