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Mut zur Veränderung

Sie fällt sofort auf. In der Maschinenhalle der Formbar AG, 30 Kilometer nordöstlich von Zürich, hat eine nagelneue 5-Achsen CNC-Portalfräsmaschine FZ 33 der Firma Zimmermann Einzug gehalten. Jeder Unternehmer, der sich für eine solche Maschine entscheidet, braucht eine ordentliche Portion Mut und eine klare Zielsetzung. So wie Kaspar Hürlimann. Der Geschäftsführer der Formbar AG ist ein bedachter Mann, der genau weiß, was er tut.

Die Firma im schweizerischen Kirchdorf wurde bereits 1911 gegründet und über drei Generationen als Familienbetrieb geführt. Dabei hat sie sich von einer handwerklichen Sägerei zu einem modernen Modell- und Formenbauer entwickelt, der vollständig auf computergestützte Systeme setzt. Und dennoch: Vor vier Jahren war die Zukunft des Traditionsunternehmens, das damals noch Keller Modell- und Formenbau AG hieß, mehr als ungewiss; die Umsätze entwickelten sich nicht wie erwartet. Glücklicherweise erkannten die Investoren, dass die AG weit hinter ihren Möglichkeiten zurückblieb. Mit ihren hochversierten Mitarbeitern und der hervorragenden Ausstattung bot sie eigentlich die optimale Basis für eine erfolgreiche Zukunft.

Also begaben sich die Investoren auf die Suche nach einem neuen Geschäftsführer. Der Wunschkandidat war ein unternehmerisch denkender Partner, der gleichzeitig die praktische Seite des Modell- und Formenbaus genau kennt. 

  • Der Kreis schließt sich

    Die Wahl fiel auf Kaspar Hürlimann. Der gelernte Modellbauer saß mit über 30 Jahren Berufserfahrung fest im Sattel. Nachdem er zehn Jahre als Modellbauer gearbeitet hatte, bildete er sich berufsbegleitend zum Maschinenbautechniker fort und vervollständigte seinen Lebenslauf mit einem Diplomstudiengang zum Wirtschaftstechniker. Als Einkaufsleiter mit Personalverantwortung wurde er zur routinierten Führungskraft. Ganz leicht fiel ihm die Entscheidung für den Wechsel nicht. Schließlich arbeitete er bereits seit 15 Jahren für dasselbe Unternehmen und fühlte sich rundum wohl. Dennoch entschloss er sich, den Stier bei den Hörnern zu packen und noch einmal etwas Neues zu wagen. Eine kleine Rolle mag auch gespielt haben, dass er als junger Mann bereits dreieinhalb Jahre bei Keller tätig war und sich dem Unternehmen noch irgendwie verbunden fühlte. Nach 30 Jahren war er also wieder da – mit sehr viel mehr Erfahrung und diesmal als Chef.

  • Ein neuer Weg

    Als Hürlimann die Geschäftsleitung vor drei Jahren übernahm, war die Keller Modell- und Formenbau AG hauptsächlich auf Großaufträge aus der Gießereibranche spezialisiert. Er erkannte schnell, dass das Angebotsportfolio wesentlich erweitert werden musste, sollte das Unternehmen wieder auf Erfolgskurs kommen. Heute fertigt die Firma neben Gießereimodellen auch Bauteile für den Rennsport, die Luftfahrt und die Automobilbranche. Dabei profitiert sie von ihrem enormen Erfahrungsschatz und der Vielseitigkeit der Maschinen. Von der Vorbereitung, über die Programmierung, Montage und Produktion bis zur Veredelung wird alles hausintern erledigt. Die Spezialisten wissen genau, wie sie mit kundenspezifischen Rohlingen umgehen müssen und verschiedene Materialien wie Kunststoff, Aluminium, Holz oder Carbon bearbeiten. Sie beherrschen Fertigkeiten wie Drehen, Fräsen, Hobeln, Bohren, Sägen, Verschleifen, Polieren, Lackieren und Endfinishen aus dem Effeff. Seit eineinhalb Jahren heißt das Unternehmen übrigens „Formbar“ – ein Name, der für sich spricht.

    Das absolute Highlight seit dem Neubeginn war die Anschaffung der 5-Achsen CNC-Portalfräsmaschine FZ 33 Compact. Sie ist die Dritte im Bunde der CNC-Fräsmaschinen, zu dem bereits eine Zimmermann FZ30 Compact 5-Achsen CNC-Portalfräsmaschine und eine Quaser MV-304C 3-Achsen-Fräsmaschine gehören. „Die Maschine ergänzt unseren Maschinenpark perfekt. Sie hat einen Verfahrweg von 4x2,5x1,5 Meter, ist extrem wendig und mehr als doppelt so schnell wie unsere bestehende 5-Achsen-Portalfräsmaschine“, schwärmt Kaspar Hürlimann. Mit ihrem riesigen Leistungsspektrum lassen sich Bauteile für alle Industriebereiche fertigen.

    Symbol für eine erfolgreiche Zukunft – Kaspar Hürlimann mit „seiner“ neuen 5-Achsen CNC-Portalfräsmaschine FZ 33 nur wenige Tage vor Inbetriebnahme.

    Obwohl es aufwärtsging, reichte es noch nicht, um wirklich zu den Besten zu gehören. Und das wollte Kaspar Hürlimann unbedingt: „Wir wollten schneller und besser werden. Einerseits war klar, dass wir uns dazu mehr in Richtung Prozessdenken orientieren mussten. Wo sind unsere Schwachstellen und wo besteht Optimierungspotenzial? Wie setzen wir Maschinen und Mitarbeiter am effektivsten ein? Andererseits brauchten wir eine Software, die diese Prozesse abbildet und gleichzeitig hervorragende Strategien und Funktionen bietet.“ Fast durch Zufall stieß er schließlich auf Tebis, den Prozessanbieter für CAD/CAM-Komplettlösungen aus Martinsried in der Nähe von München.

  • Die wichtige Rolle des CAD/CAM-Anbieters

    „Eigentlich hatte ein Kunde von uns Tebis im Einsatz“, erzählt Hürlimann. „Er meinte, dass Tebis sehr schnell ist und sich bessere Ergebnisse erzielen lassen als mit anderen Softwarelösungen. Da andere Kunden und Kollegen aus der Branche derselben Meinung waren, entschieden wir uns, Tebis zu testen.“ Die NC-Programmierer bei Formbar waren bereits nach kürzester Zeit begeistert. Dateien aus anderen Systemen wie Catia oder Siemens NX lassen sich inklusive aller Strukturen problemlos einlesen. Sicherheit, Automatisierung und Qualität werden bei Tebis groß geschrieben. Gerade bei den vielen großen, komplexen Bauteilen, die Formbar mit höchsten Ansprüchen an Präzision und Genauigkeit aus Aluminium fertigt, ist es von besonderer Bedeutung, dass alle Informationen zu Werkzeugen und Maschinengruppen, zu Schnittwerten und Vorschüben sowie zum Rohling und zum Bauteil in virtuellen Datenbanken hinterlegt sind. Jeder Programmierer muss auf dieses Wissen zugreifen können. „Die Schablonentechnologie ist einfach unschlagbar.“, so Hürlimann. „Ein großer Vorteil bei Tebis ist auch, dass sich alle Nullpunkte des Nullpunktspannsystems in der virtuellen Maschine hinterlegen lassen. So kann mit mehreren Bezugsgruppen programmiert werden. Selbst wenn die Bauteile bereits aufgespannt sind, ist die Abarbeitungsreihenfolge noch sortierbar. In Kombination mit den Tebis Simulationstechniken ist das grandios. Zeitraubende Werkzeugwechsel entfallen völlig.“ Mittlerweile hat das Unternehmen von Tebis vier CAD/CAM-Arbeitsplätze und einen Schnittstellen-Arbeitsplatz im Einsatz.

    Einer von insgesamt elf Mitarbeitern: NC-Programmierer Michael Hilpert in Aktion.

    Auch hinsichtlich Prozessoptimierung ließen sich die Schweizer von den Martinsrieder Experten beraten. Angefangen hat alles mit einer umfassenden Analyse, die gemeinsam mit Tebis Consulting durchgeführt wurde. „Es ist wirklich interessant, die eigenen Prozesse einmal von extern betrachten zu lassen.“, erläutert Hürlimann. „Gerade jetzt, wo wir größer werden und unser Angebotsspektrum erweitern, müssen die Abläufe einfach passen. Da ist es schon gut, sich die eigenen Schwachstellen vor Augen zu führen und sich von vornherein richtig zu strukturieren.“ Das Resümee des Geschäftsführers: “Unsere Kunden sind von der Qualität der Produkte und unserer Termintreue begeistert. Tebis hat sicherlich einen großen Anteil daran, dass wir heute so effizient arbeiten können.“ Dabei sind die Optimierungsmaßnahmen noch im vollen Gange. Um die Vorteile der Software voll auszunutzen, lässt sich das Unternehmen von Tebis Implementierung unterstützen. Im Oktober werden der komplette Programmierprozess und alle Bibliotheken gemeinsam auf Vordermann gebracht. Die Prozessstrukturierung soll bis 2016 vollständig abgeschlossen sein.

    Tag der offenen Tür bei der Formbar AG am 28. August dieses Jahres: Ein Maserati Alfieri wird live mit der neuen Maschine gefräst.

    NC-Programmiererin Natali Majer erklärt die Maschinensteuerung.

  • Auf Weltmeisterkurs

    Dass bei Formbar nur die Besten arbeiten, zeigt auch das Beispiel des 22jährigen Elias Siegrist. Bei den Schweizer Berufsmeisterschaften vom 17. bis 21. September 2014 in Bern, holte er sich den Titel des besten eidgenössischen Nachwuchs-Formenbauers. Als Schweizer Meister nahm er dieses Jahr an den Berufsweltmeisterschaften vom 11. bis 16. August in São Paulo, Brasilien, teil – und stand mit einem hervorragenden dritten Platz wieder auf dem Treppchen.

    Elias Siegrist mit seinem Mini, den er als Belohnung für den ersten Platz bei den Schweizer Meisterschaften für ein Jahr fahren darf.

    Tebis ist einer der Hauptsponsoren.

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Zitat

Unsere Kunden sind von der Qualität der Produkte und unserer Termintreue begeistert. Tebis hat sicherlich einen großen Anteil daran, dass wir heute so effizient arbeiten können.

Steckbrief

Schwerpunkt:

Gießereimodelle, Bauteile für den Rennsport, die Luftfahrt und die Automobilbranche

Vorteile:

  • Großer Erfahrungsschatz
  • Leistungsstarker Maschinenpark
  • NC-Automatisierung

Branche:

Formenbau, Automobil, Modellbau

Firma:

Formbar AG

Standort:

Kirchdorf, Schweiz

Interviewpartner:

Kaspar Hürlimann

Position:

Geschäftsführer

Erschienen:

2015/09

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