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    Nicht genug Fachkräfte? Diese 3 Tipps sollten Sie beherzigen

    Sie haben volle Auftragsbücher, aber keine Leute zum Arbeiten? Damit stehen Sie nicht alleine da: Laut dem Konjunkturbulletin des VDMA vom Juni 2022 gaben 89 Prozent der Personalverantwortlichen im Maschinenbau an, ihre Stammbelegschaft ausbauen zu wollen.

    Gleichzeitig klagen viele dieser Unternehmen über Fachkräfteengpässe: mehr als 13.000 unbesetzte Stellen sind im Angebot. Ein neuer Höchststand und so gut wie kein Unternehmen sieht baldige Besserung. Hand aufs Herz: Gegen den Fachkräftemangel an sich können Sie nichts unternehmen. Der Arbeitsmarkt ist leergefegt, da hilft kein Schimpfen. Wir müssen also lernen, mit einem Mangel zu leben.

    Dennoch gibt es einiges was Sie tun können, um handlungsfähig zu bleiben. Auch viele unserer Kunden setzen bereits einige Maßnahmen erfolgreich um. Sie stellen sich darauf ein, ihren Betrieb mit weniger Mitarbeitern am Laufen zu halten.
    Reaktionen: Das will die Industrie gegen Fachkräftemangel tun. (Unternehmen gesamt: Industrie, Bauwirtschaft, Handel, Dienstleitungen; Quelle: DIHK Fachkräfte-Report 2021)
    1. Überdenken Sie Jobanforderungen und Arbeitsprofile Optimieren Sie Ihre Suche nach qualifizierten Kandidaten auf dem hart umkämpften Arbeitsmarkt:
    • Verwenden Sie Social Media zur Bewerbersuche
      Gerade jüngere Leute sind dort sehr präsent. Machen Sie Ihr Unternehmen als attraktiven Arbeitgeber sichtbar.
    • Nutzen Sie die Chancen der Digitalisierung
      Automatisierung sehen junge Leute sehen als Anreiz. Fertigungszellen und automatisierte Prozesse könnten sich doppelt auszahlen. 
    • Wofür steht Ihr Unternehmen? Welche Werte verfolgen Sie?
      Es lohnt sich, die Sinnhaftigkeit Ihres Betriebs herauszuarbeiten und diese in Stellenanzeigen und Vorstellungsgesprächen zu kommunizieren.
    • Womit fördern Sie die moderne Work-Life-Balance
      Mannlose Schichten, familienfreundliche Angebote, Entwicklungspotenzial, Lohngestaltung
    • Schaffen Sie Anreize für Frauen, Zugewanderte und Ältere. Das Potenzial wird oft unterschätzt.
    Exkurs
    Auch die gesellschaftliche Relevanz eines Jobprofils wird immer wichtiger – laut sozialwissenschaftlichen Befragungen bei Frauen noch mehr als bei Männern. Ein schönes Beispiel liefert die RWTH Aachen: Sie benannte den Studiengang „Bergbau-Ingenieurwesen“ im Jahr 2005 in „Rohstoff-Ingenieurwesen“ um. Daraufhin stieg die Zahl der Neueinschreibungen von 13 auf 121 an. Als der Studiengang nochmals in „Nachhaltige Rohstoff- und Energieversorgung“ umbenannt wurde, immatrikulierten sich 262 Personen, davon 95 Frauen, also 36 Prozent*.
    *Die Zeit, 2. Juni 2022, „Rechnet endlich mit Ihnen!"
    Abschreckend: Alle Aufgaben immer fehlerfrei unter Zeitdruck sicher und perfekt abarbeiten? Selbst der "ideale Bewerber" schafft das wohl nicht.
    2. Schichten Sie um: verlagern Sie gewisse Aufgaben in die Software Meiner Meinung nach wird der hochspezialisierte „Hardcore“-Maschinenbediener, der den ganzen Tag nichts anderes tut als an der Maschine zu stehen, verschwinden. Workarounds oder Mehrarbeit sind auf Dauer keine Lösung. Schließlich ist die Forderung nach mannarmer Fertigung auch eine Frage der höheren Effizienz.

    In vielen Unternehmen hat es sich beispielsweise bewährt, Maschinenbediener in die Lage zu versetzen, selbst CAM-Programme zu erzeugen oder mehrere Maschinen auf einmal zu betreuen. Das funktioniert, ohne dass dies zu Lasten der Sicherheit geht. Und zwar, weil Mitarbeitende auf gespeichertes und erprobtes Fertigungswissen Zugriff haben.

    Kollegen, die nur gelegentlich CAM-Programme erzeugen, kommen mit standardisierten Templates schnell zu einem Ergebnis. Ebenso Quereinsteiger: Obwohl sie vielleicht nur einen Teil des idealen Jobprofils erfüllen oder bisher mit einer anderen CAD/CAM-Software gearbeitet haben, finden sie sich innerhalb kürzester Zeit zurecht. Digitalisiertes Fertigungswissen, standardisiert zu Vorlagen, entlastet etwa Ihre CAM-Programmierer von tagtäglichen Routineaufgaben. Diese können die gewonnene Zeit für wertschöpfende Tätigkeiten nutzen.
    Automatisierte Prozesse: Wer mannlos fertigen will, muss Fehler vermeiden. Etwa durch Templates für NC-Programme mit bereits erprobten Methoden aus digital hinterlegtem Fertigungswissen.
    3. Auswirkungen  Darum fehlen Ihre Fachkräfte Dass Ihnen Fachkräfte fehlen, liegt natürlich auch am leergefegten Arbeitsmarkt, der Politik, sinkenden Geburtenraten oder anderem. Allerdings können Sie darauf selbst kaum Einfluss nehmen. Lenken Sie den Blick besser in Ihr Unternehmen: An dieser Stelle können Sie wirklich etwas erreichen. Warum fehlt IHR Personal? Wie wirkt sich das auf Ihren Fertigungsbetrieb aus? Beantworten Sie sich diese Fragen nach den Gründen und Folgen ehrlich. Je konkreter desto besser. Sie finden einfacher durchführbare Gegenmaßnahmen, um Ihre Fertigung am Laufen zu halten, im Zweifel sogar mit einem kleineren Team. Ein Beispiel: 
     
    Ursache: Rente - Ihre Mitarbeiter der Babyboomer-Generation kommen verstärkt ins Rentenalter. Junge Leute rücken dagegen kaum nach.
    Auswirkung: Sie verlieren erfahrene Mitarbeiter, deren wertvolles Fachwissen im Unternehmen fehlt. Mitarbeiter müssen sich mit Workarounds behelfen. Es kommt vermehrt zu Fehlern, inder Folge zu Stress. Ihr bestehendes Team ist überlastet und teilweise überfordert. 
    Mögliche Maßnahme: Fachwissen sammelm. Sichern Sie rechtzeitig das Fertigungswissen Ihrer Mitarbeiter digital. Speichern Sie es am besten direkt in Ihrem CAD/CAM-System. So arbeiten Kollegen auch dann weiterhin damit, wenn Rente, Jobwechsel oder Krankheit zuschlagen.   
    Wie sichern Sie eigentlich Ihr firmeninternes Knowhow?
    Noch konkretere Maßnahmen und weitere Lösungen für Fertigung / WeFoMoMa-Bauer gibt's im Download
    Keine Zeit für Veränderung? Termin ausmachen, Erstes Konzept, Beratung 
    Bleiben Sie positiv Zwar ist insgesamt die Fluktuation von Angestellten im Vergleich zu früher gewachsen. Vor allem junge Menschen wollen offen bleiben für andere Branchen und neue Aufgaben anstatt sich auf eine Fachrichtung zu spezialisieren.
    Ich glaube, dass darin auch eine Chance liegt: Junge Bewerber haben zwar andere Ansprüche, sie bringen dafür auch digitale Erfahrung und Wissen um neue Technologien mit. Sie sehen Automatisierung und Digitalisierung weniger als Gefahr. Im Gegenteil, nicht nach Schema X zu arbeiten, sondern über Prozessoptimierung nachzudenken und sich aktiv in Veränderungsprozesse einzubringen, fördert die Motivation sogar.